Zusammenkommen! Kultur gestaltet öffentliche Räume

Bewegungsfreiheit, Begegnungsfreiheit, Gestaltungsfreiheit im öffentlichen Raum sind derzeit stark eingeschränkt. Nutzungsroutinen und Funktionszuschreibungen von gebauten und umbauten, frei zugänglichen Räumen haben sich drastisch geändert. Hier gibt es auch fast keine kulturelle Aktivität mehr. Letztlich zeigt uns die Corona-Pandemie, wie angreifbar und verletzlich kulturelle Freiheit und Vielfalt im öffentlichen Raum sind.

Viele Künstler*innen und Kulturmacher*innen erschlossen sich virtuelle Räume und damit neue, digitale Wege und Formen der öffentlichen Präsentation und Vermittlung; dabei schöpfen sie die künstlerischen Potenziale der Digitalität noch lange nicht aus.

Auch wenn Austausch, kulturelle Freiheit und Vielfalt im Internet weiterhin gewährleistet scheinen, zeigt doch der derzeitige Verlust persönlicher, leibhaftiger Begegnungen und kultureller Aktivität deren nicht ersetzbaren Wert für das Erleben von Gemeinschaft. Das Krisenjahr macht überdeutlich: Kultur braucht öffentlichen Raum – öffentliche Räume brauchen Kultur.

Nach Corona steht zweifellos eine Wiederbelebung des natürlichen öffentlichen Raums durch Kunst und Kultur an. Die Kulturakteure gehen aber weiter. Die Krise bietet die Chance, alte Werte und Abläufe in Frage zu stellen und die Rollenverteilung zu verändern: Kultur will gleichberechtigter Partner unter allen Akteuren sein. Dafür braucht es auch neue Diskurse zur Deutungshoheit und ein Zusammenspiel zwischen Bürgerschaft, Kunst und Kultur, Politik, Verwaltung und Förderern, wenn es um die Gestaltung und Nutzung öffentlicher Räume geht.

Bei der zehnten Westfälischen Kulturkonferenz öffnen die Kulturakteure in Westfalen-Lippe ihren Horizont. Sie diskutieren und formulieren ihren Anspruch, Wegbereiter einer neuen Wertschätzung für Kunst und Kultur im öffentlichen Raum zu sein.

Mit fachlichem Input. Mit praktischen Beispielen. Mit gemeinsamen Aussagen.

Die 10. Westfälische Kulturkonferenz findet in Kooperation mit dem Kulturforum Witten statt