Die Foren der 8. Westfälischen Kulturkonferenz

Bei Ihrer Anmeldung werden Sie gebeten anzugeben, an welchen zwei Foren Sie teilnehmen wollen.

Hier können Sie sich anmelden (vom 17. bis 27. September) .

Forum 1

Wenn Kunst auf’s Land geht 

Sind die Akteure auf dem Land zuverlässiger, neugieriger und engagierter? Das Theaterlabor Bielefeld hat ein gutes Gefühl dafür entwickelt, welche kulturellen Formate für die ländlichen Räume geeignet sind. So ist der Geschichtentauschhandel ein effektiver Baustein, schnell einen intensiven Kontakt zu einer Gemeinschaft zu finden.
In dem Workshop werden zunächst die unterschiedlichen Themenfelder erarbeitet. Im weiteren Verlauf gibt es die Möglichkeit, beispielhaft die kreative Entwicklung für ein Projekt oder einen Ort auszuprobieren. Deutlich wird, dass auch nicht-kulturelle Gruppen wie die freiwillige Feuerwehr sinnvoll eingebunden werden können.

Siegmar Schröder (Theaterlabor Bielefeld)
Walter Neuling (Detmold)

www.theaterlabor.de

Forum 2

Werne up’n Patt – Der Berg geht zum Propheten

Ein Museumsbesuch ist nichts Selbstverständliches. Vor dem Hintergrund des gesellschaftlichen Wandels ist es an der Zeit, neue Formate und Wege zu suchen, die Museen zu den Menschen zu bringen und somit ins Gedächtnis der Gesellschaft zurückzuholen. Im Stadtmuseum Werne beschreitet man dafür ganz unterschiedliche Wege. Aber sind diese zielführend? Welche Herausforderungen sind zu meistern und welche Möglichkeiten des Museumstransfers stehen noch offen? Haben die Ideen aus Werne Vorbildcharakter für andere Museen?

Dr. Constanze Döhrer (Karl-Pollender-Stadtmuseum, Werne)
Dr. Katharina Hülscher (Geschichtsmanufaktur, Dortmund)
Dr. Hauke-Hendrik Kutscher (LWL-Museumsamt)

www.werne-upn-patt.de

www.werne.de/de/leben-in-werne/bildung/museum

www.kulturstiftung-des-bundes.de/cms/de/projekte/bild_und_raum/stadtgefaehrten

Forum 3

Schmallenberg spinnt neue Fäden

Die Stadt Schmallenberg mit ihren 83 Ortsteilen hat in den vergangenen Jahren ein Kulturangebot entwickelt, das in Qualität und bürgerschaftlichem Engagement beispielgebend ist: „Die Textile“, das Festival für textile Kunst, das „KUMO“ mit mobilen Angeboten der Jugendkunstschule, Filmprojekte mit Blick auf die Dörfer, die Idee einer Kreativfabrik. Leitkriterien sind Wertigkeit, Partizipation, aufsuchende Kulturarbeit als Antwort auf Fragen der erschwerten Mobilität und der gegebenen Dezentralität im ländlichen Raum. Die Erfahrung in Schmallenberg zeigt, dass dezentrale Angebote und Aktivitäten notwendig sind, damit Menschen auch in entlegenen Orten und Dörfern Lust haben, mitzumachen.

Bernhard Halbe, Bürgermeister der Stadt Schmallenberg
Beate Herrmann (Jugendkunstschule kunsthaus alte mühle, Schmallenberg)
Roman Schauerte, Kameramann (Schmallenberg)
Dr. Andrea Brockmann (Kulturbüro der Stadt Schmallenberg)

Forum 4

Wir machen mobil – bürgerschaftliches Engagement in ländlichen Räumen

Ehrenamtliche Akteure sind wichtige Stützen der Zivilgesellschaft. Sie stärken mit ihrer Arbeit den sozialen Zusammenhalt vor Ort und ermöglichen kulturelle Teilhabe. Sie betreiben Daseinsvorsorge im besten Sinne.

Das Forum präsentiert exemplarisch Best-Practice-Beispiele aus Südwestfalen. Die Mobilität steht dabei im Vordergrund. Welche Rahmenbedingungen und Strukturen braucht Mitgestalten? Welche Konzepte und Strategien sind tragfähig und übertragbar? Diese und weitere Fragen sollen erörtert und mit dem Publikum diskutiert werden.

Bernd Brandemann und Dieter Siebel (4FACHWERK Freudenberg e.V.)
Arnold Figge und Johannes Koert (Oberschledorn AKTIV e.V., Medebach)
Franz Pieper (Kulturring Störmede e.V. und Lokale Aktionsgruppe 5verBund – Innovation durch Vielfalt e.V., Geseke)
Dr. Silke Eilers (Westfälischer Heimatbund e. V., Münster)

Westfälischer Heimatbund:www.whb.nrw

www.4fachwerk.de

Forum 5

Wir wagen es, vorauszudenken: SMART-RAILWAY

Die Landeseisenbahn Lippe e. V. ist ein ehrenamtliches Unternehmen mit über 200 Mitgliedern und rund 30 hoch qualifizierten aktiven Fachkräften. Sie vernetzt seit über 33 Jahren viele Angebote in Nordlippe und wurde 2016 für die Arbeit mit ihrer Initiative „Jugend unter Dampf“ mit dem Deutschen Kulturförderpreis und dem Kulturförderpreis OWL ausgezeichnet.
Mit dem Projekt SMART RAILWAY denkt der Verein weiter in die Zukunft. Dazu gehören ein Demokratie-Express genauso wie ein BLUESKY Projekt zum automatisierten Fahren: Auf der historischen, eingleisigen Eisenbahnstrecke Lemgo-Extertal fahren Gyroskop-Mono-Cabs wie bei einem Paternoster in ständigem Umlauf. Jeder Fahrgast bucht sein Cab für seine Fahrt ins Dorf oder in die Stadt.
In dem Forum wird das Zukunftskonzept vorgestellt, verbunden mit der Frage: Wie kann solches Engagement zu einem attraktiven Lebensraum für alle Menschen beitragen? Die Chancen und Risiken aus solchem Engagement für die Region werden dabei diskutiert.

Jochen Brunsiek (Landeseisenbahn Lippe e. V., Extertal)
Dipl.-Ing. Thorsten Försterling (alberts.architekten BDA, Bielefeld)

Den Folder zum Projekt hier herunterladen

www.landeseisenbahn-lippe.de

www.smart-railway-lippe.de

www.alberts-architekten.de/soziale-architektur.html

Forum 6

Mobiles Münsterland – Reallbor für Mobilität im ländlichen Raum

Das Münsterland ist eine wirtschaftlich starke und sehr dynamisch wachsende Region. Sie steht in einem regen und immer stärker werdenden Austausch mit den Nachbarregionen Ostwestfalen-Lippe und dem Osnabrücker Land, den Niederlanden und besonders mit dem größten europäischen Wirtschafts- und Verdichtungsraum, der Metropolregion Rhein-Ruhr. Neben diesen wichtigen Verkehrsachsen nach außen sind auch die Verkehrsströme innerhalb der Region für eine gute Entwicklung enorm wichtig: gestiegene Pendlerzahlen und ein immer höheres und an die Belastungsgrenzen kommendes Verkehrsaufkommen belegen dies.
Veränderte Mobilitätsansprüche bedingt durch den demographischen Wandel und durch eine veränderte Arbeitswelt sowie neue Familienmodelle und zukunftsweisende Technologien wie Elektromobilität, On-Demand-Services und automatisiertes Fahren verändern den Mobilitätssektor nachhaltig. Bereits heute werden deshalb viele neue Fragen aufgeworfen und diskutiert, jedoch noch nicht ganzheitlich gedacht und umgesetzt.
Mit dem münsterlandweiten Konzept „Mobiles Münsterland – Reallabor für Mobilität im ländlichen Raum“ sollen innovative Mobilitätsprojekte in den Kommunen erprobt und das Münsterland zur Modellregion für vernetzte Mobilität werden.
Im Forum sollen zum einen das regionale Gesamtkonzept und einzelne konkrete Projektbausteine vorgestellt und zum anderen die Teilnehmer aktiv in die Diskussion mit einbezogen werden, um für das Thema zu sensibilisieren und die Bedarfe von Nutzerinnen und Nutzern einer regionalen Mobilität zu eruieren.

Ute Schmidt-Voecks und Josef Himmelmann (Münsterland e. V., Greven)
Dietmar Bergmann und Manuel Lachmann (Gemeinde Nordkirchen)

www.muensterland-wirtschaft.de/1202011/Mobiles-Muensterland

www.bezreg-muenster.de/de/presse/2014/20141030_Muensterland-Konferenz/AG_moebilitaet_abschlussbericht.pdf

Link zur Pressemitteilung vom 29.6.2018 mit der Förderzusage:

www.land.nrw/de/pressemitteilung/modellregion-mobilitaet-land-nordrhein-westfalen-foerdert-mobiles-muensterland-mit

Forum 7

Die OWL.Kultur-Plattform: Kultur in der Fläche neu erlebbar machen

Die Kultur in ländlichen Regionen steht – mehr noch als in urbanen Zentren – vor der Herausforderung, sich auf den digitalen Wandel einzustellen, der bereits voll im Gange ist, gleichzeitig aber noch bevorsteht. Um Angebote von Kultureinrichtungen, Vereinen und Netzwerken in Zeiten sich verändernder Rezeptionsgewohnheiten besser sichtbar zu machen, ist die Anschlussfähigkeit an aktuelle digitale Entwicklungen obligatorisch.
Bei der agilen Entwicklung der OWL.Kultur-Plattform wird auf ‚Open Source‘ und ‚Künstliche Intelligenz‘ gesetzt, um Kulturakteure bestmöglich bei ihrer Arbeit zu unterstützen, um möglichst effektiv die Aufmerksamkeit für Kulturangebote, über kommunale und Kreisgrenzen hinweg, zu erhöhen und neue Zielgruppen zu erreichen. Die Kreise und Kommunen in OWL stellen hier gemeinsam die Weichen für eine zentrale Zukunftsentwicklung der Kulturregion.

Antje Nöhren und Ariane Schmitt-Chandon (OstWestfalenLippe GmbH, Kulturbüro, Bielefeld)
Simon Oberthür (Software Innovation Campus, Paderborn)

Machbarkeitsanalyse: www.ostwestfalen-lippe.de/images/stories/Machbarkeitsstudie_Kultur-Portal_web.pdf

Forum 8

Dritte Orte für ländliche Räume? Kreativer Wissensaustausch!

Dritte Orte bieten Raum für Begegnung und Austausch und zwar möglichst informell. Auch Kulturorte können Dritte Orte sein. Ein neues Programm des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft NRW will ab 2019 die Entwicklung solcher (Kultur-)Orte im ländlichen Raum fördern. Im Workshop mit der Künstlergruppe „Syndikat Gefährliche Liebschaften” entwickeln die Teilnehmenden durch kreative Methoden kühne Visionen für Dritte Orte, die in die weitere Entwicklung des Förderprogramms einfließen können.

Micha Kranixfeld und Silvan Stephan, Syndikat Gefährliche Liebschaften (Quakenbrück)
Catrin Boß, Ministerium für Kultur und Wissenschaft NRW (Düsseldorf)

Achtung: Der Workshop umfasst beide Foren-Runden und wird im gleichen Teilnehmerkreis um 15:30 Uhr fortgeführt. Bei Anmeldung zu diesem Workshop ist es nicht möglich, an einem weiteren Forum teilzunehmen. Die Teilnehmerzahl ist auf 25 Personen begrenzt.

Homepage des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft NRW: www.mkw.nrw

Forum 9

In Bewegung setzen

Das Programm TRAFO – Modelle für Kultur im Wandel unterstützt von 2016 bis 2023 die Transformation von Kultureinrichtungen in ausgewählten ländlichen Regionen. Es geht um Veränderungsprozesse nicht nur der Programme und Angebote dieser Einrichtungen, sondern auch ihres Selbstverständnisses und ihrer Rolle in der Region. Und um Veränderung der Zusammenarbeit mit Kulturpartnern, den Verwaltungen und der Politik vor Ort. Solche Veränderungen sind langwierig und kompliziert. Sie gelingen nur und sind nachhaltig, wenn sich alle Beteiligten gleichermaßen in Bewegung setzen.
Der Workshop gibt Einblick in bisherige Transformationserfahrungen des Programms: Wie Kultureinrichtungen sich aus ihrer Institutionenlogik herausbewegen, wie öffentliche Verwaltungen ihre Rolle verändern, wie Inhalte mobil gemacht werden. Im Workshop werden erste Thesen vorgestellt und diskutiert, die beim TRAFO-Ideenkongress im September 2018 entwickelt wurden.

Samo Darian und Harriet Völker (TRAFO – Modelle für Kultur im Wandel, Berlin), gemeinsam mit Partnern aus dem Programm
Willi Kulke, LWL-Industriemuseum Ziegelei Lage (vorgeschlagen)

Achtung: Der Workshop umfasst beide Foren-Runden. Das heißt, wer sich zu diesem Forum anmeldet, kann an keinem anderen Forum teilnehmen.

www.trafo-programm.de

Forum 10

Kultur als Teil der Daseinsvorsorge

Die große Differenziertheit ländlicher Räume lässt sich nicht mehr nur aus Lagemomenten oder strukturellen Siedlungsdichtewerten erkennen. Inzwischen erlaubt eine differenzierte Typenansprache, auch die Bezüge zwischen Stadt und Land, zwischen ländlichen Ortschaften und Zentren besser zu erfassen. Dies kann auch wertvolle Impulse für die Kulturarbeit in ländlichen Räumen liefern.
Das Forum ist ein Gesprächsangebot zur Vertiefung des Vortrages von Frau Prof. Grabski-Kieron. Dem Forum liegt das Verständnis von Kultur als Teil der Daseinsvorsorge zugrunde. Fragen nach der Übertragbarkeit von Strategien aus anderen Ressorts wie der Gesundheitsvorsorge im und nach Schaffung bzw. Sicherung von Strukturen, die der großen Herausforderung nach gleichwertigen Lebensverhältnissen in Stadt und Land nachkommen, stehen im Vordergrund. Die Teilnehmenden erarbeiten die aus westfälisch-lippischer Sicht wichtigsten kulturpolitischen Bedarfe.

Prof. Dr. Ulrike Grabski-Kieron (Westfälische Wilhelms-Universität Münster, Institut für Geographie, ehem. AG Raumplanung)
André Wolf (Münsterland e. V., Greven)