Hintergründe und weitere Informationen zur Kulturagenda Westfalen

Weshalb ein Kulturentwicklungsprozess Westfalen-Lippe?

Schnelle gesellschaftliche Veränderungen – besonders der demografische Wandel, die Globalisierung und die digitale Welt – fordern, dass wir auf Zukunft hin agieren. Dies bedeutet, dass wir gemeinsam Zukunftsziele für die Kultur auch in der großen und vielfältigen Region Westfalen-Lippe erarbeiten müssen, um zielgerichtet agieren zu können.

Mit gemeinsamen Zukunftsorientierungen stärken wir Kunst und Kultur nach außen und nach innen. Eine starke, kreative und selbstbewusste Kulturlandschaft Westfalen-Lippe weckt Aufmerksamkeit, lädt ein zu Teilnahme und strahlt überregional.

Auch das Europa der Regionen verlangt ein starkes Westfalen, welches sich besonders über die gemeinsame Kultur definiert. Und nicht zuletzt bietet ein starker Auftritt der Kultur Synergien zur westfälischen Wirtschaft – für einen gemeinsamen Auftritt in und für Westfalen-Lippe.

Was ist das Besondere an dem Vorhaben?

Das Vorhaben gemeinsamer strategischer Kulturentwicklung in Westfalen-Lippe ist einmalig aufgrund der spezifischen räumlichen und politischen, organisatorischen, mentalen und anderen Rahmenbedingungen. So ist Westfalen-Lippe ist mit über acht Millionen Einwohnern und einer Fläche von rund 22.000 Quadratkilometern eine vergleichsweise riesige Region. Es gibt viele regionale Teilidentitiäten. Mit den beiden Landschaftsverbänden Rheinland und Westfalen ist in NRW ein einzigartiges System subsidiärer, kommunaler Selbstorganisation entstanden. Und nicht zuletzt sind die Kultur und andere Ressorts in NRW insgesamt unterschiedlich räumlich gegliedert und organisiert.

In Deutschland gibt es Kulturentwicklungsplanung bislang entweder auf kommunaler bzw. auf Kreis- oder auf Bundeslandebene. Auch das Modellprojekt in Thüringen und der Masterplan Kulturmetropole Ruhr sind nur bedingt vergleichbar.

Wie wurde das Vorhaben konzipiert?

Das Vorhaben einer Kulturentwicklungsplanung wurde auf der Grundlage der Erklärung zur Westfälischen Kulturkonferenz 2011 als zweistufiger Prozess konzipiert.

In der ersten Stufe wurden die Grundlagen für eine Kulturplanung und ein Vorschlag für den eigentlichen Planungsprozess erarbeitet; die erste Stufe wurde mit der Westfälischen Kulturkonferenz 2012 beendet. Erst in der zweiten Stufe findet der eigentliche Planungsprozess statt. Dieser Prozess hat unter dem Namen Kulturagenda Westfalen im Mai 2012 begonnen.

Eine Steuerungsgruppe begleitet das gesamte Vorhaben fachlich.

Weshalb eine externe Beratung?

Als sinnvoll und notwendig wurde die Einbindung eines auf Kulturentwicklungsplanung spezialisierten Beratungsunternehmens erachtet. Dieses sichert die fachliche und methodische Qualität, gewährleistet Neutralität und Objektivität und erhöht die Akzeptanz des Vorhabens. In einem beschränkten Ausschreibungsverfahren wurde die Firma Richter Beratung, Osnabrück, ausgewählt. Sie hat die Kulturagenda Westfalen bis 2014 moderiert und fachlich begleitet.

Förderung

Die Kulturagenda Westfalen wurde von 2012 bis 2014 gefördert von der LWL-Kulturstiftung, der Kulturstiftung der Westfälischen Provinzial Versicherung sowie der Sparda-Bank Münster.

Die Abschlusstagung mit der Publikation 2014 sowie die Wirkungsanalyse 2019 wurden vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft NRW gefördert.