Informationen für Kunst- und Kulturschaffende

17.04.2020

Vom 21. April bis zum 20. Mai 2020 bietet der Kulturrat NRW eine telefonische Corona-Kultur-Sprechstunde an. Dort können sich Kunst- und Kulturschaffende zu finanziellen Fragen in Corona-Zeiten beraten lassen. Das Pilotprojekt geht zurück auf eine Idee der Kulturbüros der Regionalen Kulturpolitik. Informationen zum Projekt, Ansprechpartnern und Sprechzeiten unter:
www.kulturrat-nrw.de/corona-sprechstunde/?fbclid=IwAR1h2Th8adKMpzzFWJ3EPOTkbgLVlwlJlocnbImhPGL0nA-AKKak4oHXk04

In unserem Blog vom 1. April 2020 haben wir auf Hilfen für Kunst und Kulturschaffende  hingewiesen. Zu einigen Programmen gibt es an dieser Stelle nun einen Nachtrag.

Seit Freitag, dem 17. April, ist eine Antragsstellung für die „NRW Soforthilfe 2020“ des NRW-Wirtschaftsministeriums wieder möglich. Dieses war aufgrund von Betrugsfällen mit Fake-Internetseiten und der darauffolgenden Ermittlungen des Landeskriminalamtes vorübergehend gestoppt.
Darüber hinaus wurden die Kriterien des Programms „NRW Soforthilfe 2020“ geändert: Künstler*innen können nur noch ihre Betriebsausgaben geltend machen, da die von Solo-Selbstständigen an sich selbst gezahlten Gehälter nicht mehr anerkannt werden. Daraus ergibt sich unter Umständen für nach dem 1. April bewilligte Beträge eine Rückzahlungspflicht, wenn keine Betriebskosten nachgewiesen werden können. Zurzeit werden Alternativlösungen diskutiert.

Am 9. April wurde zudem bekanntgegeben, dass die Mittel der Soforthilfe des Kulturministeriums in Höhe von 5 Mio. Euro erschöpft sind. Das Ministerium bemühe sich um eine Fortsetzung des Programms mit einer Aufstockung und einem vereinfachten Verfahren. Informationen in der Pressemitteilung des NRW Kulturrats:
www.kulturrat.de/presse/pressemitteilung/laenderfoerderungen-fuer-kuenstler-in-berlin-und-nrw-erschoepft-jetzt-muss-nachgelegt-oder-nachjustiert-werden

 

Es wurden zudem weitere Hilfsprogramme auf den Weg gebracht.

Zurzeit können Kulturschaffende vereinfachten Zugang zu Leistungen der Grundsicherung durch die Bundesagentur für Arbeit erhalten. Wer zwischen dem 1. März und 30. Juni 2020 Corona-bedingt einen Antrag auf Grundsicherung stellt, für den gelten erleichterte Zugangsvoraussetzungen.
www.arbeitsagentur.de/corona-faq-grundsicherung

Das Bundeswirtschaftsministerium fördert ab sofort Beratungen für von der Corona-Pandemie betroffene kleine und mittlere Unternehmen (KMU) einschließlich Freiberufler*innen bis zu einem Beratungswert von 4.000 Euro ohne Eigenanteil. Die verbesserten Förderkonditionen für die Inanspruchnahme professioneller Beratungsleistungen gelten befristet bis Ende 2020.
https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Pressemitteilungen/2020/20200403-bis-zu-4000-euro-beratungskosten-ohne-eigenanteil-fuer-kmu-und-freiberufler-in-der-corona-krise.html

Das Projekt „LAND INTAKT – Soforthilfeprogramm Kulturzentren“ der Bundesvereinigung Soziokultureller Zentren richtet sich an Soziokulturelle Zentren, Kulturhäuser sowie Kultur- und Bürgerzentren in ländlichen Räumen mit bis zu 20.000 Einwohnern. Diese Einrichtungen können Mittel beantragen, um Modernisierungsmaßnahmen und programmbegleitende Investitionen durchzuführen.
Die Maßnahme „LAND INTAKT – Soforthilfeprogramm Kulturzentren“ wird im Rahmen des Förderprogramms „Kultur in ländlichen Räumen“ von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert. Die Mittel stammen aus dem Bundesprogramm „Ländliche Entwicklung“ (BULE) des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL).
www.landintakt.de/land-intakt

Darüber hinaus hat das Bundeskabinett am 8. April die so genannte Gutscheinlösung beschlossen. Dabei ist vorgesehen, dass Veranstalter den Eintrittspreis bereits gekaufter Kulturveranstaltungen, die aufgrund der Pandemie nicht stattfinden können, diese nicht zurückerstatten muss, sondern stattdessen einen Gutschein für eine Nachholveranstaltung oder eine alternative Veranstaltung aushändigen. Die Entscheidung im Bundestag steht noch aus.
www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/kabinett-fuer-gutscheinloesung-1738942

Der WDR hat Regelungen für Ausfallhonorare und Entschädigungen für die „Festen Freien“ entwickelt und zu Beginn der Krise kommuniziert. Ebenso ist der Soforthilfe-Fonds auf 500.000 Euro aufgestockt worden.
https://wdr.verdi.de/++co++cdccf6ea-759f-11ea-af7c-52540066e5a9

Mit dem Soforthilfeprogramm “Vor Ort für Alle” fördert der Deutsche Bibliotheksverband im Jahr 2020 bundesweit zeitgemäße Bibliothekskonzepte in Kommunen mit weniger als 20.000 Einwohnern. Ziel ist es, Bibliotheken als “Dritte Orte” auch in ländlichen Regionen zu stärken und so einen Beitrag zu gleichwertigen Lebensverhältnissen zu leisten. Ab dem 15. Mai 2020 können Anträge eingereicht werden.
https://www.bibliotheksverband.de/dbv/projekte/vor-ort-fuer-alle.html.

Das Projekt „Soforthilfeprogramm Heimatmuseen“ des Deutschen Verbandes für Archäologie e.V. (DVA) richtet sich in Kooperation mit dem Deutschen Museumsbund e.V. (DMB) an regionale Museen, Freilichtmuseen, archäologische Parks und Träger von Bodendenkmalstätten in ländlichen Räumen mit bis zu 20.000 Einwohner. Diese Einrichtungen können Mittel beantragen, um Modernisierungsmaßnahmen und programmbegleitende Investitionen durchzuführen.
www.dvarch.de/themen/soforthilfeprogramm/

Zudem läuft derzeit die Ausschreibung zu „land.schafft – Förderung für kulturelle Freiwilligenprojekte im ländlichen Raum“ der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e.V..
www.bkj.de/engagement/freiwilligendienste-kultur-und-bildung/projektfoerderung-landschafft

 

Zum Schluss noch etwas zum Weiterlesen:
Die Kulturpolitische Gesellschaft hat aus aktuellem Anlass die Erklärung „Kulturpolitik muss nachhaltig wirken – 10 Punkte für eine Kulturpolitk nach der Corona-Pandemie“ verfasst.
https://archive.newsletter2go.com/?n2g=xhp1wnzr-p12y572e-6