Hilfen für Kunst- und Kulturschaffende: Update

14.05.2020

 

Die Corona-Pandemie hält an und bleibt eine riesige Herausforderung für die Kunst- und Kulturwelt. Es gibt einige positive Anzeichen, zum Beispiel dürfen die Museen seit dem 4. Mai wieder ihre Türen öffnen, aber gleichzeitig werden viele kulturelle Veranstaltungen abgesagt und viele kulturelle Akteure befinden sich in existenzieller Not. Sowohl Soforthilfe als auch strukturelle Unterstützungsprogramme sind unentbehrlich, um die kulturelle Landschaft aufrechtzuhalten. In vorherigen Blogposts haben wir schon auf Hilfemaßnahmen hingewiesen. Jetzt nochmal ein Paar Updates.

 

Neues zur „NRW-Soforthilfe 2020“

Das Mitte März aufgelegte Soforthilfeprogramm des Ministeriums für Kultur- und Wissenschaft (MKW) wird auf 32 Millionen Euro aufgestockt. Bis zu 13.000 weitere Kulturschaffende können damit einen Zuschuss erhalten für den Lebensunterhalt von 2.000 Euro für die Monate März und April.

Weitere Informationen unter: https://www.wirtschaft.nrw und https://www.kulturrat-nrw.de/

 

Honorare für Engagements

Kulturinstitutionen wird es ermöglicht, Honorare für Engagements zu zahlen, die wegen der Corona-Krise abgesagt wurden. Sie können jetzt, auch wenn es keine Vereinbarung über Ausfallhonorare gibt, freiberufliche Künstler*innen Ausfallhonorare von bis zu 60 Prozent der eigentlichen Gage zahlen. Es gibt Bedingungen: Das Engagement wurde vor dem 15. März vereinbart und die Regelung gilt nur für Einrichtungen und Projekte, die vom Bund gefördert werden.

Weitere Informationen unter: https://www.bundesregierung.de/

 

Förderprogramm für freie Orchester und Ensembles

Freie Orchester und Ensembles haben die Möglichkeit, einen Antrag bis zu 200.000 Euro zu stellen, hauptsächlich um neue Präsentations- und Vermittlungsformaten zu entwickeln, die den Bedürfnissen der aktuellen Lage entsprechen. Insgesamt stehen dieses Jahr 5,4 Millionen Euro zur Verfügung. Zielgruppe sind Orchester und Ensembles mit Sitz in Deutschland, die nicht überwiegend öffentlich finanziert werden und die ihre Projekte in Deutschland durchführen.

Weitere Informationen unter: https://www.bundesregierung.de/

 

Reload. Stipendien für freie Gruppen

Die Kulturstiftung des Bundes lädt im Rahmen eines 6-monatigen Stipendienprogramms frei produzierende Künstlergruppen der darstellenden Kunst und Musik ein, sich mit den Auswirkungen der Coronakrise auf die eigene Kunstpraxis zu beschäftigen. Ziel ist es, neue Formen künstlerischer Zusammenarbeit zu stimulieren. Vergeben werden 130 Stipendien für freie Gruppen ab drei Mitgliedern in den Sparten Theater, Tanz und Musik von Juli 2020 bis Dezember 2020. Bewerbungsschluss ist Montag, der 25. Mai 2020.

Weitere Informationen unter: https://www.kulturstiftung-des-bundes.de

 

Beratung für Freiberufler

Freiberufler und kleine und mittlere Unternehmen, die von den Folgen der Corona-Pandemie betroffen sind, können einen Antrag auf Beratung, die bis zu einem Beratungswert von 4.000,00 Euro ohne Eigenanteil gefördert werden, beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle stellen. Mit externer professioneller Hilfe sollen Unternehmen spezifisches Know-how aufbauen und Maßnahmen entwickeln, um die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise besser bewältigen zu können.

Weitere Informationen unter: https://www.bafa.de

 

Sonderfonds Kunststiftung NRW

Die Kunststiftung NRW fördert mit dem Sonderfonds „Begrenzt-Entsetz“ 150 herausragende künstlerische Ideen oder Entwürfe für Vorhaben zu der Frage „Wie wird die Post-Corona-Zeit aussehen?“ mit je 4.000 Euro. Die Ausschreibung richtet sich an freischaffende, professionell arbeitende Künstlerinnen und Künstler mit Wohnsitz in Nordrhein-Westfalen, die sich weder in einem Ausbildungsverhältnis befinden, noch an einer Hochschule immatrikuliert sind

Weitere Informationen unter: https://www.kunststiftungnrw.de/

 

5 Millionen Euro-Sonderpreis für Programmkinos

Die Bundesregierung für Kultur und Medien gewährt in diesem Jahr einen einmaligen Sonderpreis für Programmkinos, für den insgesamt fünf Millionen Euro zur Verfügung stehen. Es handelt sich um eine einmalige Auszahlung in Höhe von 10.000 Euro pro Leinwand.

Weitere Informationen unter: https://www.bundesregierung.de

 

Sonderförderung Stiftung Kunst und Kultur Münsterland

Wie wir früher berichtet haben, hat das Münsterland Festival die Spendenaktion „Kein-Konzert der Superlative” veranstaltet. Die Erlöse der verkauften Tickets gehen im Juni über eine Sonderförderung der Stiftung Kunst und Kultur Münsterland an Kunst- und Kulturschaffende, deren Engagements coronabedingt ausgefallen sind. Künstler*innen können sich bis zum 31. Mai 2020 darauf bewerben.

Weitere Informationen unter: https://www.muensterland.com

 

Neustart für Kultureinrichtungen

Kultureinrichtungen dürfen wieder die Pforten öffnen, aber nur unter Auflagen: Museen sollen die Schutzvorrichtungen einhalten und die Besuchersteuerung optimieren. Das kostet Geld. Um kleinen und mittleren Kultureinrichtungen eine Wiedereröffnung zu ermöglichen, gibt es das Programm „Neustart“. Das Programm finanziert Einführungen digitaler Vermittlungsformate und für die Wiederöffnung notwendige Umbauten und Ausstattungen, in Höhen zwischen 10.000 und 50.000 Euro. Der Corona-Rundbrief des Kulturrats NRW vom 11. Mai berichtet, dass die finanziellen Mittel leider bereits ausgeschöpft sind.

Weitere Informationen unter: https://www.bundesregierung.de

 

Kulturpolitische Debatten

 

Sitzung des Kulturausschusses des Landtags NRW

Am 14. Mai tagt der Ausschuss für Kultur und Medien NRW. Zweiter Punkt der Tagesordnung heißt: „Das Land muss die Existenz von Künstlerinnen und Künstlern und freien Journalistinnen und Journalisten nachhaltig sicherstellen!“. Behandelt werden zwei Anträge. Die SPD-Fraktion fordert die Landesregierung unter anderem auf, sich auf Bundesebene dafür einzusetzen, dass die Mittel des Soforthilfeprogramms für solo-selbstständige Künstler*innen auch für den Lebensunterhalt genutzt werden können. Wenn das auf Bundesebene nicht gelingt, soll das Land ein eigenes Programm aufsetzen. Außerdem sollen solo-selbstständige Künstler*innen Mittel jenseits der Grundsicherung für ihren Lebensunterhalt zur Verfügung gestellt werden. Die CDU- und FDP-Fraktionen schlagen ein Optionsmodell vor, das vorsieht, dass Solo-Selbständige eigenständig entscheiden dürfen, ob sie zur Sicherung der Lebensunterhaltungskosten die Mittel des Soforthilfeprogramms nutzen oder auf die Grundsicherung zurückgreifen wollen.

Am Anfang der Sitzung ist ein Gespräch mit dem Vorsitzenden und dem stellvertretenden Vorsitzenden des Kulturrats NRW geplant. Sie werden plädieren für:

  • einen Kulturgipfel
  • eine schnelle Entscheidung zur Künstlerhilfe
  • und ein Unterstützungsprogramm für private, gemeinnützige Kultureinrichtungen durch das Heimat- und das Kulturministerium.

Sie können die Sitzung des Kulturausschusses des Landtags NRW Live verfolgen.

Weitere Informationen unter: https://www.landtag.nrw.de/

 

Die Bundesregierung priorisiert Kultur

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat in ihrem Podcast vom 8. Mai Künstler*innen die Unterstützung der Bundesregierung zugesichert. Das Aufrechterhalten der Kulturlandschaft stehe „ganz oben auf ihrer Prioritätenliste“. Die Bundesregierung werde schauen „welche Unterstützungsmaßnahmen auch in den nächsten Monaten für die Kunst von Notwendigkeit sind. Denn es ist unser Ziel, dass unsere breite, vielfältige kulturelle Landschaft auch nach der Überwindung der Pandemie, nach der Überwindung dieses tiefen Einschnitts weiterexistieren kann“. Hier geht’s zum Podcast und Transkript: https://www.bundesregierung.de