Hilfen für Kunst- und Kulturschaffende

01.04.2020

Die Verbreitung des Coronavirus hat Kunst- und Kulturschaffende dazu gezwungen, Veranstaltungen abzusagen oder auf unbestimmte Zeit zu verschieben. Auch alle Kultureinrichtungen sind bis mindestens zum 19. April geschlossen.
Dadurch stehen derzeit zahlreiche freischaffende Künstlerinnen und Künstler sowie Initiativen und Einrichtungen vor großen, teilweise sogar existenzbedrohenden finanziellen Problemen. Umgekehrt wird klar: Die Kultur- und Kreativwirtschaft als zweitgrößter Wirtschaftssektor in Deutschland ist systemrelevant wie Banken.

Nachfolgend haben wir zusammengestellt, was für Hilfen es derzeit für Kunst- und Kulturschaffende gibt.

Bund und Länder habenSoforthilfeprogramme beschlossen.
Kleinunternehmer, Freiberufler und Solo-Selbstständige können jetzt in einem einfachen digitalen Verfahren Zuschüsse zwischen 9.000 und 25.000 Euro – je nach Mitarbeiterzahl – beantragen. Folgende Voraussetzungen müssen erfüllt sein:
Das Unternehmen muss vor der Krise wirtschaftlich gesund gewesen sein; in Folge der Corona-Krise haben sich entweder die Umsätze gegenüber dem Vorjahresmonat mehr als halbiert oder die vorhandenen Mittel reichen nicht aus, um die kurzfristigen Zahlungsverpflichtungen des Unternehmens zu erfüllen (bspw. Mieten, Kredite für Betriebsräume, Leasingraten); der Betrieb wurde auf behördliche Anordnung geschlossen.
Eine Nothilfe gibt es auch durch Öffnung der Grundsicherung (ALG II), indem zum Beispiel Mietkosten ohne weitere Prüfung übernommen werden.

Das Land NRW hat zudem eine existenzsichernde Soforthilfe für professionelle Künstlerinnen, Künstler und Kulturschaffende, aber auch freiberuflich tätige Dozentinnen und Dozenten der gemeinwohlorientierten Weiterbildung und der Politischen Bildung beschlossen. Diese können bei ihrer Bezirksregierung (in Westfalen sind das Münster, Detmold, Arnsberg) eine existenzsichernde Einmalzahlung  in Höhe von bis zu 2000 Euro beantragen.

Darüber hinaus wurden reguläre Förderverfahren angepasst: Bereits bewilligte Förderungen beziehungsweise solche, die derzeit geprüft werden, werden auch bei dem Ausfall von Veranstaltungen und Projekten ausgezahlt. In einer Ausnahmeregelung für Veranstalter und Einrichtungen ist festgelegt, dass Ausfallkosten durch Absagen als zuwendungsfähige Ausgaben bei der Förderung anerkannt werden.

Das Land hat auch die Antragsfrist für das Programm „Kultur und Schule“ bis zum 24. April 2020 verlängert.

www.mkw.nrw
www.wirtschaft.nrw/nrw-soforthilfe-2020
www.creative.nrw.de/service/covid-19.html

 

Und hier gibt es weitere Hilfen:
Das Kultursekretariat NRW Gütersloh bietet eine Kurzübersicht für die weitere Vorgehensweise bezüglich bereits gestellter Projektanträge für die Mitgliedstädte des Kultursekretariats unter Anwendung des Hilfspakets der Landesregierung.
www.kultursekretariat.de/meta/presse/presse-detail/detail/wichtige-informationen-in-zeiten-der-corona-krise/

Insgesamt 50.000 EURO hat die Genossenschaft Deutscher Bühnenangehöriger in einem Hilfetopf für alle freien Mitarbeiter*innen an deutschen Bühnen bereitgestellt. Dies geschieht in Zusammenarbeit mit dem „Helene Achterberg-Hewelcke-Hilfsfonds“. Dadurch kann eine 500,- EURO Sofort-Ausfall-Ausgleichszahlung pro Person gewährleistet werden. Bei Fragen und für die Beantragung wenden Sie sich bitte per E-Mail an: gdba@buehnengenossenschaft.de
www.buehnengenossenschaft.de/pressemitteilung-corona-genossenschaft-deutscher-buehnen-angehoeriger-leistet-sofortnothilfe

Zur Unterstützung von freiberuflichen Musiker*innen im Klassikerbereich hat die Deutsche Orchester Stiftung einen Nothilfefonds eingerichtet. Dieser richtet sich ausschließlich an Mitglieder der Künstlersozialkasse (KSK).
https://orchesterstiftung.de/nothilfefonds/

Die „Manfred Stohscheer Stiftung. Soziales – Forschung – Kultur“ hat die „Sängerhilfe“ als Unterstützung für freischaffende Sänger*innen und Beschäftigte des Musiktheaters ins Leben gerufen.
www.saengerhilfe.de

Die GEMA hat für ihre Mitglieder, vorrangig für Komponisten und Textdichter, einen „Corona-Hilfsfonds“ von insgesamt 40 Millionen Euro beschlossen. Dieser stellt Übergangshilfen für individuelle Härtefälle im Rahmen der sozialen und kulturellen Förderung bereit, wenn aufgrund der flächendeckenden Veranstaltungsabsagen finanzielle Schwierigkeiten entstehen. Informationen folgen im Laufe der kommenden Woche auf www.gema.de

Die Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten zahlt als Notmaßnahme für ihre freiberuflichen, berechtigten ausübenden Künstler*innen 250 Euro für die Ausfälle von Konzerten und Produktionen. Weitere Maßnahmen sind in Planung.
www.gvl.de/gvl/aktuelles/gvl-plant-weitere-hilfsangebote

Für Autor*innen sowie Verleger*innen sind Anträge an den Sozialfonds der VG Wort auf Beihilfen möglich.
https://www.vgwort.de/die-vg-wort/sozialeinrichtungen/sozialfonds.html  www.vgwort.de/publikationen-dokumente/merkblaetter.html

 

Weiterführende Informationen finden Sie außerdem bei folgenden Stellen:

Das Kultursekretariat Gütersloh verlinkt auf weitere, auch bundesweite, Stellen mit Informationen zu weiteren Maßnahmen. So informieren der Deutsche Bühnenverein und die Arbeitsagentur über Kurzarbeit. Die Landesarbeitsgemeinschaft Soziokultur gibt Informationen zum Umgang mit der Corona-Pandemie; unter anderem werden auf dem Facebookauftritt Neuigkeiten dazu behandelt. Dies findet sich ebenfalls auf dem Auftritt des NRW Landesbüros der Darstellenden Künste und der Kultur- und Kreativwirtschaft.
www.kultursekretariat.de/meta/presse/presse-detail/detail/wichtige-informationen-in-zeiten-der-corona-krise/

Der deutsche Kulturrat informiert ebenfalls über Unterstützung für betroffene Künstler*innen und Einrichtungen. Er stellt in einem regelmäßigen Newsletter wichtige Informationen zum Thema Corona und Kultur zusammen.
www.kulturrat.de/corona/

Ebenso nutzen die Kulturregionen Südwestfalen, Münsterland und Ostwestfalen ihre Newsletter und Social Media, aktuelle Entwicklungen zu kommunizieren.
www.regionalekulturpolitiknrw.de/

Das Kulturbüro Höxter informiert außerdem unter www.netzschafftkultur.de.