Neben den Hilfen von Bund und Ländern entwickeln viele Kunst- und Kulturakteure auch in Westfalen-Lippe eigene Konzepte und unterstützen sich gegenseitig.

Der Münsterland e.V. veranstaltet am 3. Mai um 20 Uhr ein „Kein-Konzert der Superlative“. So nennen die Veranstalter dieses imaginäre Konzert des Münsterland-Festivals, das eben nicht stattfinden wird, auf dem kein Künstler auftritt. Das Kein-Konzert ist als Geisterkonzert eine Spendenaktion. Alle Fans und Unterstützer*innen des Münsterland Festivals sind eingeladen, sich symbolisch Karten für das Kein-Konzert auf der Webseite zu kaufen. Mit dem Ticket können sie dann beim nächsten Münsterland-Festival Tickets vergünstigt erwerben. Der Erlös geht an die Stiftung Kunst und Kultur Münsterland. Dieser wird im Sommer als außerplanmäßiges Fördermittel für Künstler*innen aus dem Münsterland verwendet, die aufgrund der Coronakrise nicht auftreten konnten. Dies ist als Impuls gedacht, damit sich die Kulturszene nach der Krise schneller erholen kann.
www.muensterland.com/kultur/eigene-projekte/muensterland-festival/kein-konzert/

In Paderborn gibt es  jetzt den Paderborner Kultur-Soli. Durch ein Crowdfunding kann man Produkte der Paderborner Kultur- und Kreativszene erwerben. Viele Künstler*innen  geben ihre Angebote in den Soli hinein. Darunter sind (private) Wohnzimmer-Konzerte, Lesungen, Workshops, Bilder. Es können gestaltete T-Shirts und Buttons, Bücher, Foto-Shootings und noch vieles mehr erworben werden. Der Erlös geht einerseits an die Künstler der Produkte und andererseits in einen Soli-Topf für hauptberuflich tätige Künstler*innen und Kulturschaffende im Stadtgebiet. Die Kulturvereinigung OWL fungiert als Träger des Projekts, wodurch auch Spendenquittungen möglich werden.
www.startnext.com/paderborner-kultursoli

In Münster haben die Culture Corner-Open Stage und muenster.moments (Instagram) mit “Kunst gegen Corona” eine Onlineplattform für Künstler*innen geschaffen, um diese aufgrund der ausgefallenen Auftrittsmöglichkeiten zu unterstützen. Das Projekt bietet Kunstschaffenden eine Plattform, auf der Videos aus allen Bereichen der Kultur veröffentlicht werden können. Es gibt außerdem die Möglichkeit, über einen PayPal-Button ohne Umwege direkt an die Künstler*innen zu spenden.
www.kunstgegencorona.de

Im Siegerland wurde ging am vergangenen Wochenende das Portal „Der virtuelle Hut“  im Rahmen der Aktion „Support Your Local Artists – Siegerland“ des Kulturamtes des Kreises Siegen-Wittgenstein an den Start. Dafür findet ein Programm in der Osterzeit statt: Künstler*innen treten im leeren Kulturzentrum „Lyz“ in Siegen auf. Das Ziel ist es, einen auf Spenden basierten Geld-Topf für diejenigen Künstler*innen bereitzustellen, denen durch fehlende Auftritte sämtliche Einnahmen weggebrochen sind.
https://der-virtuelle-hut.de

Livestreams für Musiker  können zum Beispiel auch auf der Plattform der Musikreihe „TV Noir“, das sich als „Wohnzimmer der Songwriter“ versteht, auch mit „Eintritt“ zugänglich gemacht werden. 100 Prozent der Einnahmen gehen an die Künstler*innen, TV Noir übernimmt alle Gebühren für Systeme und Zahlungen etc., die Ticketeinnahmen werden solidarisch mit den anderen Künstler*innen geteilt.
www.tvnoir.de

Am Montag, 13. April, startete die Geheime Dramaturgische Gesellschaft die “Woche für nicht-infektiöse Begegnungsformate”. Über die Distanz hinweg soll in Gesprächen gemeinsam Theater reflektiert und diskutiert werden, um eine Gemeinschaft in der Isolation zu schaffen.
https://geheimedramaturgischegesellschaft.de

 

Digitales Arbeiten

Derzeit besteht außerdem ein reger Erfahrungs- und Wissensaustausch zwischen Kunst- und Kulturschaffenden zum Thema digitales Arbeiten.

Dies betrifft zum einen das Erstellen von kulturellen Inhalten auf digitalen Plattformen.
Zum Beispiel stellt Kulturmanagement.net in der Themenreihe „Digitale Formate“ Informationen zum digitalen Arbeiten für Kulturakteure zur Verfügung.
Weitere Themen sind unter anderem „Kultur-Podcasts“, digitale Vermittlungsformate sowie digitales Marketing und Kommunikation.
In den regelmäßigen Livestreams der Plattform Kulturmanagement.net, den sogenannten KM Treffs, wird auf einzelne Themen im Detail eingegangen. So widmete sich der 79. KM dem Thema digitales – der Livestream ist zum Nachschauen auf Facebook und Youtube verfügbar. Im Video zeigt Christoph Müller-Girod, wie Kulturanbieterinnen Livestreams aufsetzen können.
Das Format widmet sich auch weiteren Aspekten, die für Kulturakteure während der Coronakrise von Bedeutung sind. So wird es am 22. April im 81. KM Treff um Corona-Unterstützung für Künstler*innen und Freischaffende gehen. Dann  beantwortet Thomas Hammacher vom Bundesverband freiberuflicher Kulturwissenschaftler alle Fragen rund um die Hilfspakete für Künstler*innen und Freiberufler*innen. Zur besseren Vorbereitung  wird bereits jetzt um Fragen an redaktion@kulturmanagement.net gebeten.
www.kulturmanagement.net

In einer Sonderausgabe der Kulturakademie Münsterland stellte Kai Heddergott digitale Tools für Kunst und Kommunikation in Zeiten von Corona (und danach) vor. Der Stream ist auch nach Ausstrahlung als Video verfügbar, ebenso die zugehörige Präsentation unter: www.muensterland.com/kultur/weiterbildung/kulturakademie/digitale-kunst-kommunkation/

Das Kompetenzzentrum der Kultur- und Kreativwirtschaft entwickelt ein online-Alternativprogramm zu regulären Veranstaltungen, damit sich insbesondere Solo-Selbständige, Kleinstunternehmer und Freiberufler austauschen können. Immer Freitags von 18 bis 18:30 Uhr findet der sogenannte Check-in Kultur und Kreativwirtschaft in einem Livestream auf Facebook, Twitter und Youtube statt. Expert*innen der Branche schätzen die Lage aus ihrer Sicht ein, weisen auf neue Entwicklungen und Unterstützungsangebote hin und antworten auf Fragen. Die Videos bleiben verfügbar.
kreativbund.de

Das Digitale Zentrum Mittelstand (DZM) aus Lippstadt hat einen hilfreichen Überblick von digitalen Tools vorbereitet, mit denen man auch über räumliche Trennung hinweg produktiv arbeiten können. Ob Tools für Datensicherung- und speicherung, Kommunikation oder Projektmanagement: Viele Programme sind kostenlos und schnell installiert.
https://digitaleszentrum.de/gewappnet-fuers-homeoffice/