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Das „Kulturpolitische Konzept“ des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe

19.06.2019

 

Das „Kulturpolitische Konzept“ des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) wurde am 18. Juni der Öffentlichkeit vorgestellt. Das Konzept ist Ausdruck eines Neuorientierungsprozesses und soll eine Antwort der LWL-Kultur auf die Herausforderungen der nächsten Jahre sein. Dabei wird auf den demographischen Wandel, die Entwicklungen städtischer und ländlicher Räume, Ressourcenknappheit und die digitale Transformation reagiert. Das „Kulturpolitische Konzept“ soll richtungsweisend für zukünftige Entwicklungsprozesse sein.

Im Konzept werden zehn Kulturpolitische Ziele des LWL formuliert:
1) Das kulturelle Erbe in seiner Vielfalt bewahren, gestalten und vermitteln.
2) Jedem Menschen in Westfalen-Lippe Partizipation an Kultur ermöglichen.
3) Kinder und Jugendliche für das Kulturleben begeistern, ihnen Gestaltungsräume anbieten und Erfolgserlebnisse ermöglichen.
4) Kulturvermittlung ausbauen, neue Formen und Formate entwickeln.
5) Die Ausgleichsfunktion mit den Service- und Unterstützungsleistungen für das Kulturleben in den Kommunen stärken und weiterentwickeln.
6) Die Sprecherrolle für die Kultur in Westfalen-Lippe wahrnehmbar ausüben und die Sichtbarmachung der kulturellen Landschaft in Westfalen-Lippe verbessern.
7) Die Entwicklung kultureller Lebensqualität in den ländlichen Regionen nachhaltig unterstützen.
8) Kultur in Westfalen-Lippe digital sichern, erschließen, vermitteln und vernetzen.
9) Netzwerke und Kooperationen fördern und ausbauen – regional, national und international.
10) Freiräume für Neues ermöglichen.

Aus diesen Zielen werden wichtige Handlungsfelder abgeleitet und entsprechende Maßnahmen ausgearbeitet:
Ein erster Schwerpunkt soll die Stärkung der Zusammenarbeit in kommunalen Netzwerken in Westfalen-Lippe sein. Als Werkzeug dazu dient das Vorantreiben der digitalen Transformation. Zudem werden die Mitarbeiter*innen im LWL-Kulturdezernat als wichtige Ressource anerkannt. Ebenso rückt die ständige Weiterentwicklung der Museumslandschaft Westfalen-Lippe in den Fokus. Desweiteren geht es um die Entwicklung mit Erinnerungsorten und Geschichtskultur. Ein weiterer Aspekt ist die Erforschung der Geschichtszeugnisse der Region. Das Konzept enthält Überlegungen zur Neuausrichtung der LWL-Kulturpreise sowie zur Kulturförderpraxis des Landschaftsverbandes.

Das „Kulturpolitische Konzept“ denkt das Thema Diversität mit.  Neue Interessenten*innen sollen angesprochen werden, dabei sind Inklusion und Partizipation unerlässliche Faktoren.

Entstanden ist das Konzept in einem breiten Beteiligungsprozess:  Von Anfang an waren an der Entwicklung Kulturakteure*innen und Verantwortungsträger*innen aus ganz Westfalen-Lippe beteiligt. Dazu zählten Mitglieder des Kulturausschusses, die Kooperationspartner der Kommunen und den Organisatoren des Kulturlebens, Kulturschaffende und Kulturförderer, Kinder und Jugendliche, sowie Kulturfachleute. Ihre Expertise wurde in Befragungen gesammelt. Die Ergebnisse der Umfrage wurden in späteren Workshops evaluiert und flossen in das Konzept ein.
Grundlage für das Konzept waren zudem die Ergebnisse der Kulturagenda Westfalen, aus der mittlerweile über zwei Dutzend Kulturplanungsprozesse resultierten.

In einem Ausblick sind die ersten Schritte formuliert: Der „Mobilitätsfonds“ bietet finanzielle Unterstützungsleistungen für Kitas, Kindergärten und Schulen, um den Zugang zur Kultur in den LWL-Museen zu erleichtern.  Im Rahmen der „Digitalen Agenda“ werden Richtlinien zur digitalen Modernisierung aller LWL-Kultureinrichtungen erarbeitet. Die Entwicklung von „Kulturfachlichen Knotenpunkten“ in der Region Westfalen-Lippe sollen zukünftig   Unterstützung der kommunalen Kooperationen in der Kulturarbeit durch gegenseitige Beratung und Vernetzung in den Bereichen Kulturplanung und Kulturarbeit bieten.

 

Die Pressemitteilung im LWL-Newsroom finden Sie hier