Schicht im Schacht

25.04.2018

In diesem Jahr endet mit der Schließung von Prosper-Haniel in Bottrop und Ibbenbüren die Ära der Steinkohle in NRW. Dazu gibt es zahlreiche Ausstellungen und Veranstaltungen auch in Westfalen-Lippe.

Ab 27. April zeigt die Ausstellung „Das Zeitalter der Kohle. Eine europäische Geschichte“ in Essen die Auswirkungen des Steinkohlenendes. Die Gemeinschaftsausstellung von Ruhr Museum und Deutschem Bergbau-Museum Bochum betrachtet in der ehemaligen Kokerei auf dem Gelände von Zollverein vier Dimensionen der Kohle: Politik, Ökologie, Kultur und Gesellschaft sowie Ökonomie.

Das LWL-Industriemuseum Zeche Zollern in Dortmund legt mit der Ausstellung „RevierGestalten“ seinen Schwerpunkt auf den Wandel. Die Schau präsentiert Orte des Wandels und stellt Frauen und Männer vor, die den Prozess beeinflusst und miterlebt haben. Fotografien, Filme und andere Zeitdokumente veranschaulichen den Weg von der Zeche zum Museum, den Kampf um Zechensiedlungen sowie die Umnutzung industrieller Gebäude. In Videos erzählen Nachfahren ehemaliger „Zolleraner“, welche Spuren die Bergbauvergangenheit in ihrem Leben hinterlassen hat.

Die RuhrKunstMuseen präsentieren ab Mai die Ausstellung „Kunst und Kohle“. An zwölf Standorten in Westfalen-Lippe gibt es von Lichtkunst in Unna über die Auseinandersetzung mit der Farbe Schwarz in Bochum viel zu entdecken. Einen Bogen von der (bergmännischen) Laienkunst bis zur Kunst der Gegenwart spannt das Museum Ostwall im Dortmunder U. Das Emschertal-Museum in Herne wird in ein Gesamtkunstwerk verwandelt und das Kunstmuseum Gelsenkirchen nimmt die zwei Bedeutungen des Wortes Kohle auf. Die Flottmann-Hallen Herne nehmen mit einer temporär installierten Außenskulptur Abschied von der Kohle und das Skulpturenmuseum Glaskasten Marl nähert sich dem Thema mit Video- sowie Klanginstallationen. Die Kunsthalle Recklinghausen zeigt komplexe Bildwelten und das Märkische Museum Witten zeigt künstlerische Positionen, die sich mit den Anfängen des Kohleabbaus befassen. Im Josef Albers Museum Quadrat in Bottrop sind Fotografien von Bernd und Hilla Becher zu sehen, die Zechen und Fördertürme sowie Hochöfen und Gasometer fotografierten.

Bereits eröffnet ist die Ausstellung „Revierfolklore. Zwischen Heimatstolz und Kommerz“ im LWL-Industriemuseum Zeche Hannover. Hier, im ehemals letzten Bergwerk in Bochum, wird das Ruhrgebiet am Ende des Bergbaus in der Populärkultur gezeigt – Förderwagen im Vorgarten, Schlägel und Eisen als Schlüsselanhänger und Ruhrpott-Schriftzüge auf T-Shirts: Im Alltag finden sich viele Andenken an den Bergbau.

Und am 9. September eröffnet im LWL-Industriemuseum Zeche Zollern in Dortmund das Besucherbergwerk „Westerholt".

Neben Großprojekten wie der Wiedereröffnung des Deutschen Bergbau-Museums Bochum gibt es auch zahlreiche andere künstlerische Positionen. Produktionen der diesjährigen Ruhrfestspiele Recklinghausen thematisieren beispielsweise das Leben der englischen Bergarbeiter oder das Grubenunglück im belgischen Marcinelle.  Sehen Sie genau hin, wenn Fotograf Michael Bader die Bergleute unter als auch über Tage in Szene setzt. Der Ausstellungstermin ist noch nicht bekannt.

An zwei Tagen (30. Juni und 1. Juli 2018) und zwei Standorten (Essen und Bochum) wird der 13. Deutsche Bergmanns-, Hütten- und Knappentag gefeiert. Zahlreiche Gesprächsveranstaltungen, Bürgerfeste und weitere Schauen runden das Programm ab.

Nicht zu vergessen ist auch "Glückauf Zukunft!". Unter diesem Titel würdigen die RAG-Stiftung, die RAG Aktiengesellschaft und die Evonik Industries AG zusammen mit dem Sozialpartner IG BCE die Errungenschaften und Leistungen des Bergbaus in Deutschland und wollen Impulse für die Zukunft geben.

Weitere Infos unter:

www.glueckauf-zukunft.de
www.lwl.org/industriemuseum/standorte/zeche-zollern/sonderausstellung/reviergestalten
www.ruhrkunstmuseen.com/kunst-kohle/ausstellungen.html

www.bergbaumuseum.de
www.ruhrfestspiele.de
www.mbader.com/projects/oberirdisch
www.lwl.org/industriemuseum/standorte/zeche-hannover/sonderausstellung/revierfolklore

0

0 Kommentare

Kommentieren

CAPTCHA Bild zum Spamschutz
Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.