Netzwerk Kulturplanung trifft sich in Hattingen

11.05.2016

Rund 20 Kulturfachleute des Netzwerks Kulturplanung haben sich Anfang Mai in Hattingen getroffen.

Das bundesweit einmalige „Netzwerk Kulturplanung“ aus Vertretern von Städten, Gemeinden und Kreisen in Westfalen-Lippe wird vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) moderiert und ist aus der Kulturagenda Westfalen, dem Kulturentwicklungsprozess für Westfalen-Lippe, hervorgegangen.

Kulturplanung in Gütersloh

„Der Kultur neuen Schwung geben“ war das Motto, unter dem Beigeordneter Andreas Kimpel über den Kulturplanungsprozess in Gütersloh berichtete. Dort haben die Kulturschaffenden zusammen mit Entscheidern aus Politik und Verwaltung im Laufe des vergangenen Winters über die Zukunft von Kunst und Kultur in der Stadt diskutiert. In sieben Arbeitsgruppen, zum Beispiel über „Kultur und Ehrenamt“, setzten sie sich mit der Situation auseinander und erarbeiteten strategische Ziele und konkrete Maßnahmenvorschläge für die zukünftige Kulturarbeit.  Die Ergebnisse werden nun von der Verwaltung für die Beratung und Beschlussfassung im Kulturausschuss der Stadt im Herbst 2016 vorbereitet.

In der Diskussion stellten die Netzwerker gemeinsame Erfahrungen fest und diskutierten die Unterschiede zu den Planungsprozessen in ihren eigenen Kommunen. So sei es auch in Gütersloh schwer, junge Menschen zum Mitmachen zu gewinnen.

Gütersloh (Kreis Gütersloh) gehört wie Netphen (Kreis Siegen-Wittgenstein), Dülmen (Kreis Coesfeld), Borken (Kreis Borken) und Lippe (Kreis Lippe) zu den Kommunen, die sich nach dem Vorbild der durch den LWL initiierten Kulturagenda Westfalen auf den Weg gemacht haben, in einem beteiligungsorientierten Prozess strategische Ziele und konkrete Maßnahmen für die Kulturarbeit zu entwickeln.

Leitbild

Das zweite große Thema des Netzwerktreffens war "Kulturpolitisches Leitbild". Die Netzwerker setzten sich mit den kulturpolitischen Leitbildern der Städte Schwerin, Trier, Göttingen und Salzburg auseinander und analysierten die unterschiedlichen Motive für und Wege zu einem Leitbild. Und sie spiegelten davor ihre eigenen Planungsprozesse: Was ist der Unterschied zwischen Leitbild und Vision? Was macht ein gutes Leitbild aus? Ist ein Leitbild eher einengend oder ermöglichend? Braucht man unbedingt ein Leitbild?

Insgesamt kamen sie zu dem Ergebnis, dass es "das Leitbild" nicht gibt, alle sind sehr unterschiedlich beschaffen. Im Einzelfall könne es durchaus wichtig sein, die "Idee" oder "Grundverfasstheit" als Rahmen für die Kulturentwicklung explizit zu formulieren. Ein kulturpolitsches Leitbild ist in der Regel aber so allgemein, dass es ohne kulturpolitische Ziele nicht für evaluatierende Zwecke oder gar die Erstellung von Förderrichtlinien verwendet werden kann. Auch ein Leitbild selbst müsse heutzutage als "work in progress" verstanden und wenigstens alle paar Jahre überprüft und angepasst werden. Die Bezüge und Zusammenhänge zwischen Leitbild und Marke wurden einer vertieften Auseinandersetzung für wert befunden und deshalb in den Themenspeicher aufgenommen.

In den Kulturplanungsprozessen der Kulturagenda Westfalen übernehmen die Visionen Leitbildfunktionen. Lediglich in Lippstadt und im Prozess "Oben an der Volme" ist die Formulierung eines expliziten Leitbildes ein Ergebnis der dortigen Planungsprozesse gewesen. Daneben hat auch Bielefeld ein Leitbild und Leitlinien formuliert. In Netphen dagegen gibt es ein gesamtstädtisches Leitbild mit expliziten Aussagen zur Kultur, an die der dortige Planungsprozess anschließen konnte.

Hintergrundinfo

Im Netzwerk „Kulturplanung“ haben sich Vertreter von Kommunen in Westfalen-Lippe zusammengeschlossen, die mit strategischer Kulturplanung befasst sind oder dies vorhaben. Ihre Ziele: Kommunikation und Transparenz fördern, fachlichen Austausch stärken und voneinander lernen, Qualifizierung ermöglichen. Das Netzwerk trifft sich zweimal jährlich.

Das Netzwerk wird moderiert vom Projektteam "Kultur in Westfalen" beim LWL. Es ist aus der Kulturagenda Westfalen hervorgegangen, dem Kulturentwicklungsprozess für Westfalen-Lippe mit neun Pilotplanungsprozessen. Ein wichtiges Teilziel der Kulturagenda Westfalen ist die Initiierung und Beförderung von kulturpolitischen Diskursen und Kulturplanungen überall in der Region. Das Netzwerk ist bundesweit einmalig und lädt alle an strategischer Kulturplanung interessierte, hauptamtliche Akteure ein teilzunehmen. Haben Sie Interesse an Mitarbeit? Dann nehmen Sie Kontakt mit dem Projektteam auf.

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