Auf dem Weg zur Kulturvision


Schwerpunkthema: Kulturentwicklungsplanung für Westfalen-Lippe

Mit gemeinsamen Zukunftsorientierungen stärken wir Kunst und Kultur nach innen und außen. Eine starke, kreative und selbstbewusste Kulturlandschaft Westfalen-Lippe weckt Aufmerksamkeit, lädt ein zu Teilnahme und strahlt überregional.



Bericht

30.4.2012

Rund 270 Kulturakteure aus ganz Westfalen-Lippe kamen in der Ravensberger Spinnerei in Bielefeld zur Westfälischen Kulturkonferenz 2012 zusammen.Rund 270 Künstler und Kulturschaffende, Vereine, Verbände und andere Netzwerke sowie Entscheidungsträger aus Politik und Verwaltung haben an der Westfälischen Kulturkonferenz 2012 teilgenommen. Unter dem Motto „Auf dem Weg zur Kulturvision“ war das Vorhaben einer Kulturentwicklungsplanung für Westfalen-Lippe das zentrale Thema dieser zweiten gesamtwestfälisch-lippischen Kulturkonferenz.

Mit diesem Schwerpunkt wurde der Empfehlung der Lenkungsgruppe des Projekts „Kultur in Westfalen“ und der Steuerungsgruppe zu dem Vorhaben gefolgt. Beide Gremien hatten den Vorschlag von Kulturberater Reinhart Richter als Erste im Dezember 2011 beraten und empfohlen, die Umsetzung auch von der Einschätzung der Westfälischen Kulturkonferenz als Gesamtheit der Kulturakteure in Westfalen-Lippe abhängig zu machen: Wenn genügend Interesse und Bereitschaft zur Mitwirkung erfahrbar sei, solle die zweite Stufe und damit der eigentliche Prozess der Kulturentwicklungsplanung durchgeführt werden.
Das Vorhaben einer Kulturentwicklungsplanung für Westfalen-Lippe war zum ersten Mal bei der Westfälischen Kulturkonferenz 2011 thematisiert worden.

Vormittag: Auf dem Weg zur Kulturvision I

Am Vormittag stellten LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Thale und Kulturberater Reinhart Richter das Vorhaben einer Kulturentwicklungsplanung und den Vorschlag für die Umsetzung vor. Die Konferenzteilnehmer fanden sich anschließend in kleinen Gruppen zusammen und diskutierten den Vorschlag unter drei Leitfragen:

1. Finden Sie es wichtig, gemeinsame Ziele für die Zukunft der Kultur in Westfalen-Lippe zu erarbeiten?
2. Haben Sie Interesse an dem vorgestellten Planungsprozess mitzuwirken?
3. Was ist nötig, damit der Planungsprozess erfolgreich ist?

Die Diskussionsergebnisse wurden anschließend im Plenum zusammengetragen.

Das Gesamtergebnis ist ein deutliches „ja“ – und ein weniger deutliches „Jein“ zu dem Vorhaben. Die Teilnehmer bejahen die Notwendigkeit der Profilierung Westfalen-Lippes im Europa der Regionen und eine bessere Sichtbarmachung von Kunst und Kultur. Die Verbesserung von Information, Kommunikation, Kooperation und Vernetzung sind die am häufigsten genannten Erwartungen bzw. Wünsche. Eine wichtige Rolle im Prozess müsse auch das Verhältnis der Teilregionen bzw. Teilidentitäten zur Klammer Westfalen-Lippe einnehmen. Damit der Prozess erfolgreich sein kann, bedürfe es einer guten Moderation und des persönlichen Kontaktes über eine virtuelle Plattform hinaus. Und nicht zuletzt sollten die Kulturschaffenden im Mittelpunkt des Prozesses stehen.

Die Moderation und künstlerische Begleitung übernahm die Firma placebo aus Münster unter der Leitung von Oliver Pauli. Nach der Mittagspause bereiteten die Künstler mit Improvisationstheater die noch verbliebenen rund 200 Teilnehmer auf die folgende Arbeitsphase vor.

Nachmittag: Auf dem Weg zur Kulturvision II

Am Nachmittag diskutierten die Teilnehmenden mit der Weltcafé-Methode die gesellschaftlichen Entwicklungstrends, die die Kulturarbeit in der Region in Zukunft beeinflussen werden. Die Ergebnisse dieses Weltcafés werden eine Grundlage im Kulturplanungsprozess sein.

14 Themen standen zur Auswahl. Zu jedem Thema hatten die Veranstalter eine Expertin bzw. einen Experten für die Moderation gewinnen können und Ihnen eine Volontärin bzw. einen Volontär aus den LWL-Kultureinrichtungen für die Schriftführung zur Seite gestellt.

Jedes Thema wurde unter der gleichen Fragestellung bearbeitet:
- Wie werden die Entwicklungen eingeschätzt?
- Was bedeutet das für die Zukunft der Kultur in Westfalen-Lippe?

Die Teilnehmenden hatten die Möglichkeit, ihr Wissen und ihre Meinungen in drei Arbeitsphasen zu drei Themen ihrer Wahl einzubringen. Zum Schluss stellten die 14 Moderatoren die Ergebnisse im Plenum vor.

Die Themen und ihre Moderatorinnen bzw. Moderatoren im Weltcafé:

01. Digitale Welt / digitale Gesellschaft - Dietmar Schulte (Heinz-Nixdorf-Forum, Paderborn)
02. Digitale Kulturen - Wolf Goertz (Space 1, Osnabrück)
03. Zukunft von Kindheit und Jugend - Peter Kamp (Bundesverband der Jugendkunstschulen und kulturpädagogischen Einrichtungen e. V., Unna)
04. Zukunft des Bildungswesens - Georgia Schönemann (Kommunales Bildungsbüro Bielefeld)
05. Zukunft des Tourismus - Tobias Valentien (Teutoburger Wald Tourismus, Bielefeld)
06. Zukunft der Freizeit - Bernward Tuchmann (Tuchmann Kulturberatung, Münster)
07. Globalisierung - Dr. Martin Koch (Universität Bielefeld, Fakultät für Soziologie)
08. Älter werdende Gesellschaft - Peter Enste (Fachhochschule Gelsenkirchen, Institut für Arbeit und Technik)
09. Multikulturelle Gesellschaft - Gabriele Sonnenberg (Stadt Bielefeld, Amt für Integration und interkulturelle Angelegenheiten)
10. Bevölkerungsverlust in ländlichen Räumen - Sandra Forth (Südwestfalen Agentur, Olpe)
11. Klimawandel / Umwelt - Walter Neuling (Bezirksregierung Detmold)
12. Verkehr / Mobilität - Uli Beele (Nahverkehr Westfalen-Lippe, Unna)
13. Bürgerschaftliches Engagement, Subsidiarität - Catrin Boss (NRW-Kulturministerium, Referat 214 – Bürgerschaftliches Engagement, Gesellschaftliches Engagement von Unternehmen, Düsseldorf)
14. Armutsentwicklung - Jan-Christoph Tonigs (Münsterland e.V., Kulturbüro Münsterland)

Wie geht es weiter?

Am 16. Mai 2012 tagt die Steuerungsgruppe zu dem Vorhaben zum dritten Mal. Auf der Tagesordnung stehen die Ergebnisse der Kulturkonferenz und ihre Auswirkungen auf den Planungsprozess.

Das Projektteam bereitet die Fachtagung „Kulturentwicklungsplanungen und Erfahrungen mit Kulturplanungsprozessen in Westfalen-Lippe“ vor. Die Tagung richtet sich an alle Akteure, die mit strategischer Planung im Kulturbereich befasst sind oder dies vorhaben. Als Termin ist der 31. Mai 2012 vorgeschlagen, Tagungsort ist das Lyz in Siegen. Die Tagung soll Auslöser vieler Kulturplanungen und kulturpolitischer Diskurse in Kommunen, Kultureinrichtungen und bei anderen Kulturträgern werden. Ziel ist es, neben Information und Austausch vor allem Kooperationen und  Synergien zwischen den Akteuren und ihren Vorhaben zu bewirken bzw. zu fördern.

Weitere Informationen  Kulturentwicklungsplanung für Westfalen-Lippe finden Sie hier.