Neues zu Kulturplanung in Westfalen-Lippe

22.09.2015

Seit 2012 findet die Kulturagenda Westfalen statt, der Kulturentwicklungsprozess für Westfalen-Lippe. Ein wichtiges Teilziel ist die Initiierung und Förderung von kulturpolitischen Diskursen und Kulturplanungen überall in der Region. Zur Unterstützung wurden neun Pilotplanungsprozesse in insgesamt zwei Kreisen und elf Städten und Gemeinden in Westfalen-Lippe initiiert.

Was ist daraus geworden?

Nach dem Abschluss der Planungsphasen im Frühjahr 2014 wird in den beteiligten Kommunen an der Umsetzung der Maßnahmen gearbeitet. Dabei lassen sich schon etliche konkrete Ergebnisse vorweisen. So wurde im Kreis Höxter im Juli 2014 eine Kulturmanagerin eingestellt.  In Lippstadt haben die Kulturpolitiker im April vergangenen Jahres Förderrichtlinien für die freie Kulturszene beschlossen. In Ahlen betreibt seit letztem Winter eine Jugendredaktion die online-Plattform www.ahlen4you.de und organisiert Veranstaltungen, zum Beispiel eine Diskussion mit den Kandidaten zur Bürgermeisterwahl 2015. Und in Witten wird zurzeit ein Kulturbeirat installiert. Die vier Kommunen Schalksmühle, Halver, Kierspe, Meinerzhagen (Märkischer Kreis) haben ihren Maßnahmenplan zwar erst im Mai 2015 der Politik vorgelegt, doch bereits im vergangenen Herbst das gemeinsame Festival „Lampenfieber“ veranstaltet. Der dortige Kulturentwicklungsprozess ist im Rahmen des Regionale-Projekts „Oben an der Volme“ entstanden. Diese und andere aktuelle Entwicklungen finden Sie auf unserer Webseite Aktuelles

Weitere Kulturplanungen

Den Piloten sind inzwischen etliche weitere Kommunen gefolgt und haben nach dem Vorbild der Kulturagenda Westfalen strategische Kulturplanung begonnen oder bereiten solche gerade vor. Die ersten waren die Stadt Dülmen (Kreis Coesfeld) und der Landesverband Lippe/ Kreis Lippe. Hier sind die Planungsphasen abgeschlossen und die Ergebnisse werden zurzeit für die Beschlussfassung in den politischen Gremien aufbereitet.

Drei weitere Städte starten im Herbst: Gütersloh (Kreis Gütersloh) am 2. November sowie Borken (Kreis Borken) und Netphen (Kreis Siegen-Wittgenstein) im Herbst 2015. Auch diese Kulturplanungen setzen nach dem Vorbild der Kulturagenda auf eine breite Beteiligung: Nicht nur alle Künstler und Kulturschaffenden, Förderer und Partner, sondern alle Bürgerinnen und Bürger sind eingeladen sich in Workshops mit ihrem Wissen, ihren Kompetenzen und Ideen einzubringen.

In methodischer Hinsicht werden Gütersloh und Netphen von der Kulturagenda insofern abweichen, als die Planungsinnhalte vorgegeben werden. In Gütersloh wurden im Zuge der Vorbereitung sieben Themenfelder identifiziert, zum Beispiel Kultur und Ehrenamt, Bildende Kunst/Kunst im öffentlichen Raum sowie Kulturförderung, die in den Arbeitsgruppen bearbeitet werden. In Netphen soll der Planungsprozess an den Leitlinien und Perspektiven für die Kulturarbeit ausgerichtet werden, die die Verwaltung im vergangenen November dem für Kultur zuständigen Fachausschuss vorgelegt hatte.

Bochum, Rheine und Recklinghausen wollen als nächstes folgen. Auch hier erachten die Kulturpolitiker strategische Kulturplanung für ihre Städte als sinnvoll und notwendig und haben ihre Verwaltungen beauftragt entsprechende Entwicklungsprozesse auf den Weg zu bringen. Kennzeichen ist auch hier die starke Beteiligung aller Kulturtreibenden und Kulturinteressierten. Einzelheiten wie Planungsziele, Methode und Zeitraum sind bislang erst in Recklinghausen erarbeitet, hier entscheidet der Ausschuss für Kulturpflege und Weiterbildung am 24. September über das Vorgehen, der Planungsprozess soll Anfang 2016 beginnen.

 „Wir freuen uns, dass sich so viele weitere Städte und Gemeinden auf den Weg zu konzeptgestützter Kulturpolitik gemacht haben. Wie schon in den Pilotprozessen geht es überall darum, Kulturpolitik neu zu ordnen und zukunftsfähige Entwicklungsansätze zu erarbeiten, weil ein „Weiter so“ nicht mehr funktioniert. Dass sich die meisten methodisch stark an die Kulturagenda Westfalen anlehnen, zeigt, dass dieses offene Konzept offensichtlich modern ist und an den Bedarfen wie an den Möglichkeiten der Kommunen ausgerichtet“, urteilt Dr. Barbara Rüschoff-Thale, LWL-Kulturdezernentin über die Wirkungen der Kulturagenda Westfalen.

Das Buch über die Kulturagenda Westfalen dokumentiert und bewertet die Planungsphasen der neun Pilotplanungsprozesse. Der Sammelband bietet außerdem erste evaluierende Beiträge und einen Methodenleitfaden für andere, an konzeptgestützter und beteiligungsorientierter Kulturpolitik interessierte Kommunen.

Links zu den neuen Kulturplanungen:

Stadt Dülmen: www.duelmen.de/kulturkonzept

Landesverband Lippe: www.kulturentwicklungsplan-lippe.de

Stadt Gütersloh: www.kep-guetersloh.de

Link zur Karte

 

Kontakt:

Dr. Yasmine Freigang
Projekt „Kultur in Westfalen“, LWL-Kulturabteilung, Fürstenbergstr. 15, 48133 Münster
Tel. 0251 591-3924,
Yasmine.freigang(at)lwl.org, www.kulturkontakt-westfalen.de

 

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